Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Noch vor wenigen Jahren erntete ich vielfach Unverständnis, als ich meinen damals dreijährigen Sohn von morgens 8 bis nachmittags um halb fünf in die Kindertagesstätte Marienkäfer gab, um weiterhin berufstätig zu sein.
Die kritischen Stimmen verstummten allerdings bald, als ich Gelegenheit bekam Näheres zu erzählen.

Diese Kindertagesstätte ist auf einen nahezu familiären Tagesablauf für die Kinder abgestimmt. Die Kinder bringen Ihr Frühstück nicht in Dosen mit, sondern decken gemeinsam ihren gesunden Frühstückstisch. Beim Frühstück in Kleingruppen wird Tischkultur geübt: „Gibst du mir bitte mal die Butter?“ Brote werden grundsätzlich selbst geschmiert und nach einem gesunden Brot sind auch Schokostreusel erlaubt. Danach wird das eigene Gedeck gespült und für das nächste Kind wieder neu gedeckt. Bis zum Mittagessen kann gespielt, gebastelt oder geturnt werden.

Um zwölf Uhr duftete es aus der Küche – die Kochfrauen haben frisch gekocht. Mir ist es nach wie vor besonders wichtig, dass meine Kinder kein Großküchenessen vorgesetzt bekommen und lernen, dass Essen eigentlich nicht aus der Dose kommt. Die Kita Marienkäfer fördert dieses durch regelmäßige Kinderkochtage, die sich größter Beliebtheit erfreuen. Vielseitige Bildungsangebote und Projekte – wie Experimentierwochen, Bewegungsbaustelle, Musiknachmittage, Waldtage … runden das pädagogische Konzept ab.

Und zu guter letzt das Allerwichtigste. Der Marienkäfer hat Herz – ein Herz, das für die Kinder schlägt. Es ist tragisch und nicht hinzunehmen, dass Politiker immer wieder versuchen durch neue Gesetzgebungen gerade die kleinen Elterninitiativen mit überschaubaren Kinderzahlen (1-2 Gruppen) zu benachteiligen.

Am kostengünstigsten sind natürlich große Einrichtungen mit 100 und mehr Kindern, mit wenig Personal bzw. Aushilfen und keinen ausgebildeten Erziehern/innen. Aber tun wir unseren Kindern wirklich einen Gefallen damit Als Politiker vor einigen Jahren die „Lufthoheit über Kinderbetten“ forderten, habe ich das für einen üblen Scherz gehalten. Doch mittlerweile glaube ich, dass Politiker gerade dieses erwirken wollen.

Eltern sollten Ihre Verantwortung für Ihre Kinder wahrnehmen und nicht ohnmächtig zusehen, wie andere Entscheidungen über die Zukunft Ihrer Kinder treffen.

Bettina Pfeifer (ehem. Kindergarten-Mutter & Mitglied im Vorstand

Dieser Beitrag wurde unter Meinung veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.