Das „Berliner Eingewöhnungsmodell“

Dieses Modell der Eingewöhnung von Kleinkindern (so genannte U3) in den Alltag eines Kindergartens, bzw. einer Kindertagesstätte wurde in den 1980er Jahren in Italien entwickelt und später in Berlin erprobt. Es basiert auf langjährigen Erfahrungen und ist wissenschaftlich fundiert.

Im Kern geht es beim Berliner Eingewöhnungsmodell um die behutsame, zeitlich individuelle Gewöhnung des Kindes an die neue Umgebung. Aber auch Eltern brauchen häufig etwas Zeit, ihr Kind in vertrauensvolle Hände zu überlassen.

In mehreren Phasen – unten eine vereinfachte Darstellung – wird das Konzept des Berliner Eingewöhnungsmodells all diesen Aspekten gerecht:

  • Grundphase: In den ersten drei Tagen bleibt das Kind gemeinsam mit einer Bezugsperson (zum Beispiel die Mutter) eine Stunde gemeinsam in der Einrichtung. Die Erzieherin / der Erzieher nimmt dann Kontakt zum Kind auf.
  • Am 4. Tag wird ein erster Trennungsversuch unternommen, wobei die Bezugsperson jedoch stets in der Nähe bleibt. Diese Zeit der Trennung dehnen wir dann Tag für Tag aus, so dass das Kind Schritt für Schritt Vertrauen zur Erzieherin / zum Erzieher gewinnen kann. Auch in dieser Zeit soll die Bezugsperson jederzeit – zum Beispiel telefonisch – erreichbar sein.
  • Nach ein bis drei Wochen, also individuell und erst, wenn das Kind die Erzieherin / den Erzieher als sichere Basis akzeptiert, ist die Eingewöhnungszeit abgeschlossen.

Das Papilio-Konzept

Unser Kindergarten ist seit 2014 Papilio zertifiziert, Unser Erzieherteam besucht regelmäßig Fortbildungen zu diesem Programm. Es gibt regelmäßig Informationsveranstaltungen für Eltern, die sich darüber informieren wollen, wie Papilio bei uns umgesetzt wird.

Was ist Papilio?

Papilio ist ein Programm zur Förderung prosozialen Verhaltens und sozial-emotionaler Kompetenz von Kindern. Es basiert auf entwicklungspsychologischen Erkenntnissen und beugt einer späteren Entwicklung von Sucht und Gewalt vor. Papilio ist das Ergebnis einer mehrjährigen wissenschaftlichen Studie mit über 700 beteiligten Kindern, deren Eltern und über 100 Erzieherinnen.

Papilio ist ein Programm auf drei Ebenen:

Ebene 1: Maßnahmen, die in der Gruppe mit den Kindern durchgeführt werden. Bei uns sind das der regelmäßige „Spielzeug-macht-Ferien-Tag“, das Konzept „Paula und die Kistenkobolde“, sowie das „Meins-deinsdeins-unser-Spiel“.

Ebene 2: Erzieherinnenverhalten in der Gruppe und den Kindern gegenüber im Alltag des Kindergartens.

Ebene 3: Elternarbeit – Möglichkeiten die Eltern haben, um ihr Kind zu unterstützen, soziale und emotionale Kompetenz zu erlangen.

Die Ziele von Papilio:

  • Förderung prosozialen Verhaltens
  • Förderung emotionaler Kompetenzen
  • gleichzeitige Verhinderung / Reduzierung von Problemverhalten
  • Förderung sozialer Interaktion zwischen den Kindern
  • Integration von zurückgezogenen Kindern

Weitere Informationen zum Thema gibt es auf der Website des Vereins papilio.de