Ausgangs- und Mittelpunkt aller pädagogischer Planung muss das Kind und seine Bedürfnisse, seine Interessen und seine individuellen Erfahrungen sein.

Das Leitziel pädagogischer Arbeit unserer Einrichtung ist die Annahme und Stärkung des Kindes in seiner Gesamtpersönlichkeit, die verschiedene Teilbereiche umfasst: So fließen Förderung in seelischen, musischen, kreativen, körperlichen, geistigen und sozialen Bereichen in die tägliche Arbeit mit ein. Bildlich könnte man sagen: Kind und Erwachsene machen sich auf einen Weg, dessen Richtung vom Kind her bestimmt wird. Doch auch „Sackgassen mit Wendemöglichkeiten“ sind zugelassen, denn jedes einzelne Kind soll dort abgeholt werden, wo es steht.

  • Gesamtpersönlichkeit

    Wir wollen das Kind in seiner Gesamtpersönlichkeit, mit allen seinen Eigenarten, Wünschen und Bedürfnissen beachten und berücksichtigen.

  • Gleichberechtigung

    Wir wollen das Kind als gleichberechtigt ansehen und ihm darüber hinaus die Sicherheit geben, geleitet in seinen Fähigkeiten unterstützt zu werden.

  • Selbständigkeit

    Wir wollen die Kinder zu Selbständigkeit im Denken und Handeln ermutigen.

  • Vielfalt

    Wir wollen den Kindern die Möglichkeit bieten, sich mit der Vielfalt vorhandener Lebensformen auseinander zu setzen.

  • Freude

    Wir wollen mit den Kindern die Freude am Lernen und Leben entwickeln und erhalten.

Bildung von Anfang an.

Es war schon ein ziemlicher Schock für unsere Leistungsgesellschaft, als sich Schülerinnen und Schüler in Deutschland im internationalen Vergleich, genannt „Pisa-Studie“, im unteren Mittelfeld wiederfanden.
Bei der Suche nach den Ursachen wurde auch die Arbeit in Kindertagesstätten hinterfragt und diese schließlich nicht selten als „bildungsfreie Zone“ betrachtet. Kuschelpädagogik werde dort betrieben, das „richtige“ Lernen wird eher der Schule zugeschrieben.

Um diesem Missverständnis entgegen zu wirken, haben wir uns entschlossen, in unserem Flyer einige unserer Bildungsangebote herauszustellen. Wir wünschen uns, daß Bildung umfassender und ganzheitlicher gesehen wird. Für uns ist Bildung mehr als reines Vermitteln von Wissen.

Bildungsprozesse von Kindern zu unterstützen setzt unserer Meinung da an, wo Kinder Neugierde zeigen, Fragen stellen und Erwachsene suchen, die sich mit ihnen auf den Weg machen, um Antworten zu finden. Verlässliche und emotional intensive Beziehungen zwischen Kindern und Erwachsenen im Einzelkontakt wie in der Gruppe sind eine besonders wichtige Voraussetzung, um erfolgreiche Bildungsprozesse zu erzielen.

Diese Grundlage bietet Möglichkeiten wichtige Basiskompetenzen, z.B. Selbstwertgefühl, Konfliktfähigkeit, Entscheidungsfähigkeit, Verantwortungsgefühl und Kreativität zu entwickeln.

Ein Beispiel

Am Beispiel unseres Projekts „Kunst im Kindergarten“ (2003) wird deutlich, wie viele Bildungsaspekte (übrigens schon seit Öffnung unserer Einrichtung im Jahre 1988) in der Kita Marienkäfer angesprochen werden: Die Kinder drücken sich in ihren Bildern aus. In ihren Kunstwerken erklären die Kinder in vielen Farben, wie sie die Welt sehen und erschaffen sie sich neu.

Freude an der Gestaltung, das gemeinsame Umsetzen von Ideen fördert die Kreativität und weckt Teamgeist, Erfahrungen, die unsere Gesellschaft dringt braucht. Die Kinder lassen sich in einem ihnen sicheren Rahmen (unsere Kita) auf eine fremde Person (die Künstlerin) ein, lassen sich anstecken von ihrer Arbeit und ihrer Art mit den Materialien umzugehen.

Die Kinder sind stolz auf ihre Werke, signieren sie und suchen sich einen Platz aus, an dem sie diese präsentieren wollen. Sie eröffnen dann gemeinsam mit der Künstlerin, ihren Erzieherinnen und natürlich den Eltern die Ausstellung, um ihre Werke der Öffentlichkeit vorzustellen.

Solche Erfahrungen machen stolz. Sie wecken wertvolle, positive Gefühle und stärken dadurch das Selbstbewusstsein eines jeden Kindes. Gibt es eine bessere Basis für weitere erfolgreiche Bildungsprozesse?